
Presseartikel
"Westfalen-Blatt", Bielefeld, 01.03.2011 - Spielen ohne Grenzen

Der gesamte Spielplatz im Heimat-Tierpark Olderdissen wird künftig flächig ausgeleuchtet. Dafür sorgt der neue LED-Strahler – die Spende eines Tierpark-Fans.
Matthias Strobl ist einer von vielen Eltern, die mit ihren Kindern zum Spielen hierher kommen. »Ziel war es, die Nutzungsdauer dieses attraktiven Spielplatzes vor allem im Winter, wenn es schon früh dunkel wird, zu verlängern«, sagt der 34-Jährige.
Als Geschäftsführer einer Firma für Lichttechnologien weiß er, dass für die nächsten fünf bis sechs Jahre vorerst keinerlei Handgriffe oder Reparaturen nötig sein werden. Das 100-Watt starke Licht-Modul sei das erste seiner Art in Bielefeld, versichert Matthias Strobl.
»Der eine Strahler beleuchtet den gesamten Spielplatz mit einem angenehmen Licht, einfach unglaublich«, staunt Tierparkleiter Volker Brekenkamp. Er freut sich außerdem darüber, dass der neue Leuchtkörper frei von umweltschädlichen Stoffen arbeitet.
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"Neue Westfälische", Bielefeld 26.02.2011 - Spende für Tierpark-Spielplatz

Bielefeld-Gadderbaum
(big). Während der Wintermonate ist die Zeit zum Spielen auf dem Spielplatz im Tierpark zu früh zu Ende, weil es eben schneller dunkel wird. Das wollte der zweifache Vater Matthias Strobl (34) ändern und spendete eine LED-Leuchte, die auch in der Dämmerung noch für genügend Licht sorgt. Per Dämmerungsschalter wird die Leuchte eingeschaltet, eine Zeitschaltuhr sorgt dafür, dass sie abends ausgeschaltet wird.
Nach Informationen des Spenders sei es vermutlich die erste LED-Leuchte mit 100-Watt-Leistung in Bielefeld. Und umweltfreundlich noch dazu, wie auch Tierpark- Chef Volker Brekenkamp sagt. Sie enthalte keine umweltschädlichen Stoffe wie Quecksilber, Gase oder seltene Erden.
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"SPA Design", München, 2011 - Atmosphärisches Lichtdesign
Licht hebt nicht nur die Architektur hervor, sondern kann auch gezielt Stimmungen und Emotionen beim Betrachter auslösen. theNightLab schafft mit moderner und ökonomischer Lichttechnik ein gelungenes Zusammenspiel von Licht und Architektur in Wellnessbereichen.

Ein Pool der die Farbe wechselt? Mit LED- Technik kein Problem. Das Spiel mit Licht und Farbe verzaubert garantiert jeden Gast! the- NightLab liefert Ihnen Farbmischungspro- gramme mit stilvollen Überblendungen, Pa- stellfarben und anspruchsvollen Fades. Diffe- renzierte LED-Scheinwerferansteuerung ist theNightLab ebenso vertraut wie die Fortset- zung des Beleuchtungsthemas mit LED im Trockenbereich. Die LED- Technik eröffnet ebenso neue Horizonte für die Architekturbe- leuchtung. Diese Lichtquellen lassen sich wegen kleiner Einbaumaße und definiertem Abstrahlverhalten nahezu überall in Fassaden und Landschaften einpassen. Die verschiede- nen speziell konzipierten Led-Module sind langlebig, verbrauchseffizient und sicher. Mit ihnen können Lichtfarbe und -intensität eines Raumes gewechselt werden. In der kreativen Ansteuerung liegt zudem ein zusätzlicher Ge- staltungsfreiraum, der genutzt werden kann.
Außergewöhnliche Lichtinstallation für das Spa
Künstlerische Lichtinstallationen sorgen für eine unvergleichliche Atmosphäre. Jede Well- ness – Oase wird durch Lichtinstallationen von theNightLab aufgewertet. Steigern Sie das Wohlbefinden Ihrer Gäste und sorgen Sie für Gesprächsstoff. Eine gelungene Installation hat einen großen Wiedererkennungswert, welche Ihre Oase unverwechselbar erscheinen lässt. Geben Sie ihrem Spa eine besondere Note!
Leuchtende Kugeln und Kuppeln
Wie ein Planet schwebt die Kugel im Raum und erregt die Aufmerksamkeit der Betrachter. Durch die sich bewegende Oberfläche und die hohe Strahlkraft der Projektionen wird der Körper automatisch zum Highlight eines jeden Raumes. Auch Kuppeln sind anspruchsvolle und attraktive Gestaltungsflächen für Projek- tionen. TheNightLab verwen- det Spezialob- jektive für eine komplette Ausleuchtung einer Kuppel und bietet fachliche Kompetenz bei der Planung und Durchführung lichttechni- scher Projekte.
Interaktive Bodenprojektion
Interaktive Projektionen sind virtuelle Realitä- ten, die vom Betrachter beeinflusst werden können. Die Effekte solch einer Projektion fin- den auf dem Boden oder an den Wänden statt und werden über die Bewegungen der Besu- cher ausgelöst. Man kann z.B. eine Wasser- oberfläche projizieren in der Fische in 3-D-Animation schwimmen. Die Wasserober- fläche reagiert beim Betreten mit Wellenschlag und die Fische schwimmen davon. Für ihre Ar- beit verwendet das Team von theNightLab mo- derne Lichttechnik wie Videoprojektoren, LED- Technik und intelligente Steuerungen.
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"Design Today", Indien, Oktober 2010 - In a flash
German design collective, NightLab’s forte is atmospheric lighting design. Besides creating visual content for events and permanent installations, they use video projectors, their own patented lightmotiv projector and LED technology to surprise, awe and delight their spectators.
Matthias Strobl is called the ‘inventor of liquid fireworks’. This Bielefeld-based, German designer is known his ever- evolving shapes and images
which are transposed on buildings, in pools, over castles, trees, and very often in live concerts. Founder of NightLab, Matthias with four others on the team, have given a new definition to technology. Stringing together the laws of physics, chemistry and biology, they prepare mesmerising wreathe reflections of squiggles and bubbles.

Fascinated by colours, light and nature, in the winter of 1997, Matthias took a bowl with salad dressing inside, placed it atop an inverted flower pot, put in a light bulb which projected the liquid on to the ceiling of his living room. That luminous brilliance got him hooked for life.
He patented the projector ‘lightmotiv. analog’ to design lights in an atmospheric ambience. The project enlarges a liquid or substance through a 35m diameter Petri dish. A mirror projects the contents of the Petri dish into every direction. These projections (made possible by two projectors) can beam up reflections up to 100m in diameter. Its analog technology is four times more effective than a regular standard video beamer, with pin-sharp projections. Matthias believes it’s the brightest moving image projection in the world.
From dishwashing liquids, nail polish, bike chain oils, to silk painting colours, Matthias has experimented with over 2000 substances, and uses about 50 of them regularly to form these mottled, buoyant reflections in each of his projects. His bio-organic machine provides unique moments that make one aware of the natural aesthetics, seen all around us. He says, “The skill is to know the way in which different substances react with each other. A novice could make a ‘soup’, quite literally out of all the liquids. But someone who knows the chemistry of these elements can conjure exciting pictures.” Matthias and team also use tiny crayfish or crawling ants in the Petri dish, and quite often see guests at a table gleefully grabbing its reflection on tables and benches, as these miniature protagonist play their part on the ‘stage’. At the turn of a switch, thick smudges of colours move like jellyfish through the room, gliding over the ceiling and walls, creating new forms with surprising effects. One never knows how the images will look. The beauty of each image lies in its unpredictability.

With the lightmotiv projector, Matthias can not only choose the substance, but also control its movement, speed and direction. It works well in clubs and parties where his gurgling, coloured baubles groove to the music. Says Matthias, “Every day we have scores of information before us, contending with our sense of balance and mental recreation. One solution is to design our environment in a way that keeps the digital frenzy out of our thoughts. Light captures our imagination and has the power to change our emotional state; it can be manipulated in a way to enhance our well-being.” His moving pictures have illuminated pools, spas, domes, gardens, besides creating fog projection surfaces through which LEDs play their magic. Stylish cross-fading, pastel colours and sophisticated compositions make up NightLab’s countless themes.
Their work has been showcased at art events, in nightclubs, at music events, besides being a medium for marketing and brand building. Ultimately, for NightLab, it’s about collaboration, which involves lighting designers, VJs, photographers, video-artists, graphic designers. Matthias dreams of a day when his patented projector will have home- editions and people can enjoy his creativity in the comfort of their homes.
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"Neue Westfälische", Bielefeld, Januar 2010 - Buntes Licht für graue Wände
Bielefelder Projektionskünstler holt auf der Biennale in Florenz mit "Lightmotiv" eine Goldmedaille
Bielefeld. Angefangen hat alles mit einem umgedrehten Blumentopf. Matthias Strobl trennte den Boden heraus und ersetzte ihn durch eine Glasschale, die er mit einer Mischung aus Wasser, Farben und Ölen füllte. Als er die Flüssigkeit von unten mit einer Glühbirne beleuchtete, erschienen bunte Farbkleckse an der Decke seines WG-Zimmers. Zehn Jahre später hat sich die Bielefelder Studentenerfindung als preisgekröntes Objekt der Lichtkunst etabliert.
"Lightmotiv" heißt der patentierte Projektor - und das Prinzip, mit dem der heute 33-Jährige weit über die Grenzen von OWL hinaus Aufsehen erregt. Zuletzt in Florenz, wo sein Team auf der Biennale Internazionale dell’Arte Contemporanea ein historisches Gebäude am Arno in sphärisches Licht tauchte. Die siebte Ausgabe der Biennale zog Ende Dezember zahlreiche internationale Künstler und Besucher in die historische Altstadt von Florenz. Mehr als 2.500 Arbeiten waren zu sehen, die besten wurden von einer internationalen Jury prämiert. Strobls 100 mal 30 Meter große Illumination gewann die Goldmedaille in der Kategorie Spezialinstallationen im öffentlichen Raum.
Auf den Blumentopf der Anfangszeit folgte zunächst ein Tageslichtprojektor, der im Prinzip bis heute in der Lightmotiv-Technik steckt. Dass die Lichtspiele aus Bielefeld immer größer werden, verdankt der Tüftler der Entwicklung extrem starker Leuchtmittel, die er in den Projektor einbaut. Mit einer Energie von 7.000 Watt trifft das Licht auf die Petrischale, in der farbenfrohe Blubberblasen fröhlich vor sich hinschwappen. "Diese Stärke wird auch in Leuchttürmen verwendet", sagt Strobl.
Die analogen Projektionen sind ein Spektakel fürs Auge: Weil sich die von einem Motor angetriebene Schale dreht, entstehen im Sekundentakt neue Formen und Strukturen. Die Muster sind das Ergebnis physikalischer Prozesse plus einer Prise Chemie. Welche Substanzen sich in seinen vielen kleinen Fläschchen befinden, bleibt jedoch Strobls gut gehütetes Geheimnis.

Was einfach aussieht, ist ganz schön kompliziert. "Früher dachte ich, ich baue den Projektor als kleines Serienmodell fürs Wohnzimmer, dann können die Leute das selbst machen. Von dieser Idee habe ich mich verabschiedet", sagt Strobl. Heute ist Lightmotiv nur noch ein Teil seiner Firma "The Night Lab". Die zehn kleinen und zwei großen Projektoren kommen auf Innenstadtfesten ebenso zum Einsatz wie auf Musik- und Kunstfestivals. Ein Drittel der Aufträge erhält der überzeugte Bielefelder aus dem Ausland. "Lightmotiv kennt man in den Niederlanden genauso wie in Mexiko und Japan."
Strobls zweites Standbein sind dauerhafte Lichtkonzepte mit Beamern und LED-Leuchten für Privat- und Geschäftskunden. "Ende der 1970er Jahre reichte es noch, eine Spiegelkugel mit Scheinwerfer und drehendem Farbrad in einer Ecke des Raums aufzustellen, um die Besucher in Staunen und Begeisterung zu versetzen. Heute sind die Leute anspruchsvoller - und Lichtkunst ist eine feste Größe im öffentlichen Raum."
Nicole Hille-Priebe
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"Westfalenblatt", Bielefeld, Januar 2010 - Bielefelder Lichtkunst strahlt weltweit
Bielefeld (WB). Am Anfang stand eine Idee - ein enorm leistungsstarker Projektor, der ganze Gebäude in sphärisches Licht tauchen kann. Inzwischen ist der Bielefelder Lichtgestalter Matthias Strobl mit diesem Verfahren international gefragt und setzt weltweit große Veranstaltungen ins rechte Licht.
Ein Kulturforum im mexikanischen Monterrey, ein großes Fest zur Verleihung der »Sport-Oscars« Laureus-Awards in Portugal oder die Feiern zum 750-jährigen Bestehen von Schloß Neuhaus bei Paderborn - sie alle hat Matthias Strobl mit der von ihm entwickelten Technik in Szene gesetzt. »Die Gestaltung mit Licht bei besonderen Gelegenheiten wird immer stärker nachgefragt«, sagt der 32-Jährige.
Als er vor neun Jahren den dafür notwendigen Projektor entwickelte, war Strobl hingegen noch so etwas wie ein Visionär. Doch die Idee, die er damals hatte, als er eigentlich noch Literatur studierte, ließ ihn nicht los. In einer Glasschale werden Wasser, Öl und Farben gemischt, so dass sie ineinander verschwimmen und in Bewegung sind. Durch eine enorm starke Lichtquelle und verschiedene Objektive kann dieses Farbenspiel auf beliebige Gebäude oder andere Objekte projiziert werden, was diese in einem fast mystischen Licht erscheinen lässt. Mit dem patentierten Verfahren lassen sich aber auch Fotos oder andere Motive auf große Flächen werfen.
Welche Lichtstärke die eingebaute Gasentladungslampe - ähnlich dem Xenon-Licht eines Autos - entwickelt, erläutert Matthias Strobl: »Das Leuchtmittel hat eine Energie von 7000 Watt. Diese Stärke wird auch in Leuchttürmen verwendet.« Mehr als 1000 Veranstaltungen hat Strobl seit der Gründung seiner Firma »The Night Lab« im November 2000 inzwischen illuminiert.
Zehn kleinere und zwei große Versionen des Projektors mit dem Namen »Lightmotiv« - alle unverkäuflich - hat der 32-Jährige seit dem gebaut, das technische Wissen dafür hat er sich selbst angeeignet.

Zum Einsatz kommen die Geräte bundesweit bei Innenstadtfesten ebenso wie bei Firmenveranstaltungen. Fast ein Drittel der Aufträge erhält das Unternehmen, in dem Strobl inzwischen zwei Mitarbeiter und einen Auszubildenden beschäftigt, jedoch aus dem Ausland - von den Niederlanden bis nach Japan.
Zweites Standbein von »The Night Lab« sind dauerhafte Lichtkonzepte für Unternehmen und auch für private Kunden. Fassaden-Beleuchtungen, hinterleuchtete Bilder, Strahler, die Wandverkleidungen ins rechte Licht setzen oder Beleuchtungssysteme für den Garten gehören dazu. »Dabei verwenden wir LED-Lampen, da diese viel energieeffizienter und wartungsfreundlicher sind«, sagt Matthias Strobl. In Wohnräumen gehe es vor allem darum, durch Licht eine angenehme, entspannte Atmosphäre zu schaffen.
Ganz neu ist der so genannte »Eye-Catcher«, der sich vor allem für Foyers von Firmen eignet. Ein Projektor strahlt dabei eine bewegte Szene auf den Boden - etwa ein Aquarium - dessen »Wasser« Wellen schlägt, wenn Kunden die Fläche betreten.
Hendrik Uffmann
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"u.a. Highlight, Marketing Event Praxis", Bielefeld, April 2006 - Erfinder des flüssigen Feuerwerks
Im Winter 1997 zauberte Matthias Strobl zum ersten Mal eine Salatsoße an seine Wohnzimmerdecke. Ein umgedrehter, bodenloser Blumentopf, im Innern eine Glühbirne, das Ganze mit einer flachen Glasschale abgedeckt - mehr brauchte es nicht, um die Details und Bewegungen des gewöhnlichen Essig-Öl-Gemisches auf nie gesehene Weise abzubilden. Dem Anblick sich immer wieder neu formierender Blasen auf hellem Untergrund erliegen heute Menschen auf der ganzen Welt. Seit 1999 hat sich der Bielefelder Matthias Strobl mit seinem Unternehmen theNightLab (tnl) auf die atmosphärische Ausgestaltung von Räumen spezialisiert. Der patentierte Projektor lightmotiv.analog versetzt Firmenkunden, Wellness-Hungrige, Kunstfreunde und Trance-Freaks von Berlin bis Rio de Janeiro in Staunen.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Die Projektoren vergrößern den flüssigen Inhalt einer durchleuchteten Petrischale auf bis zu 35 Meter Durchmesser. „Das Bild ist etwa vier mal heller als ein durchschnittlicher Videobeamer und gestochen scharf“, erklärt Matthias Strobl. „Ein Umlenkspiegel sorgt dafür, dass der Inhalt der Petrischale in alle Richtungen abgebildet werden kann.“ Mit zwei im Jahr 2005 entwickelten Geräten werden sogar Projektionsgrößen von bis zu 100 Metern Durchmesser erreicht. „Das ist weltweit die hellste Bewegtbildprojektion“, verrät der 29-jährige passionierte Tüftler und ehemalige Literaturstudent. „Bis November 2006 sind sie im Einsatz bei einer der populärsten Bühnenshows weltweit, die die Songs von Pink Floyd mit Licht und Ton in Szene setzt und in 30 deutschen Städten zu sehen ist.“
Von A wie Ameise bis Z wie Zitronenöl
Klarspüler, Nagellack, Fahrradkettenpflege, Seidenmalerei-Farbe: Neben der Rotation der Schale beeinflusst die Zugabe von Effektsubstanzen das Erscheinungsbild der Projektion: „Die Grundflüssigkeit ist meist wasserlöslich. Dort hinein gibt man tröpfchenweise die unterschiedlichen Komponenten.“
Rund zweitausend Substanzen aus Apotheke, Künstlerbedarf oder Baumarkt hat der Sohn eines Chemielehrers bereits ausprobiert, rund 30 bis 40 werden ständig eingesetzt. „Die Kunst besteht darin, zu wissen, wie die einzelnen Substanzen miteinander reagieren. Wenn ich einem Laien die Fläschchen in die Hand drücke, ist der Inhalt der Schale in fünfzehn Minuten eine braune, unansehnliche Suppe. Wer sich gut auskennt, kann derselben Schale über fünf Stunden lang immer neue, bezaubernde Bilder entlocken.“ Bei Kunst Happenings sind derzeit kleine Flußkrebse der Renner: Während sie in der wassergefüllten Petrischale ihre Bahnen ziehen, scheinen sie zugleich auf Tischen und Stühlen zum Greifen nah. „Auch um ein Vielfaches vergrößerte Ameisen, die sich in einer mit Sand gefüllten Petrischale ihren Weg bahnen, sind eher nichts für sensible Gemüter.“
Jedes Bild ist ein Unikat
Das Faszinierende am lightmotiv sind in den Augen seines Erfinders der organische Ursprung und die Einzigartigkeit: „Das Aussehen der Bilder lässt sich niemals hundertprozentig vorhersehen, denn am Ende entscheiden die Naturgesetze darüber, wie sich die Strukturen anordnen“, so der Bielefelder. „Auch lässt sich dieselbe Mischung kein zweites Mal herstellen, damit ist jedes Bild ein Unikat. Im Zeitalter technischer Reproduzierbarkeit, in dem alles wiederholbar scheint, ist es etwas sehr Schönes, die Einzigartigkeit des Augenblicks ganz bewusst erleben zu können.“
Die Einsatzmöglichkeiten der Projektoren sind vielfältig. „Ein lightmotiv eignet sich für eine Aufführung mit Bühnencharakter, aber auch als großflächiges Dekorationselement, bei dem sich Form, Farbe und Dynamik im Laufe des Abends verändern.“, erzählt Matthias Strobl. Gerne und häufig arbeitet er mit dem Bielefelder Unternehmen Flash Art, dem führenden deutschen Anbieter von Pyrotechnik und Spezialeffekten, zusammen. „Die Chemie zwischen uns stimmt.“, stellt der Jungunternehmer zufrieden fest. „Flüssiges und klassisches Feuerwerk aus einer Hand - das hat es so noch nicht gegeben.“
Deko-Element und Marketingtool
Matthias Strobl ist viel rumgekommen in nunmehr sieben Jahren tnl: Rund 700 Events sind bereits mit seiner Erfindung gestaltet worden. In Brasilien, Japan, Russland, Portugal, Italien, in der Türkei und in der Schweiz tanzten Trance-Freaks im Schatten der flüssigen Kunstwerke, die perfekt gesteuert eine Symbiose mit der Musik eingehen. In Portugal illuminierte der Bielefelder die vom Vogue Magazine initiierte Eröffnungsveranstaltung der Laureus Sports Awards 2005, in Italien die Hochzeit des deutschen Verlegers Benedikt Taschen. Bei Incentives von Davidoff, Vattenfall und Siemens-Nixdorf waberte das flüssige Feuerwerk ebenso wie bei der Präsentation des Audi A6 Avant und des Porsche Cayenne als Marketingtool über die Wände. „Den Bielefelder Delius Klasing Verlag haben wir auf der Messe Boot begleitet. Die Projektionen stimmen wir auf das Corporate Design ab. Eine Folie mit dem Namen des Unternehmens oder der Messe kann unter die Petrischale gelegt werden und erscheint so großflächig auf der Projektionsfläche.“
Die Meyer Werft in Papenburg engagierte tnl für die Illumination des Theaters auf dem Kreuzfahrtschiff „Jewel of the Seas“. „Mit nur einem kleinen Koffer im Gepäck konnten wir den Gästen etwas bieten, was sie so sicherlich noch nie zu Gesicht bekommen haben.“ Gleiches gilt für die Gastroszene: In Städten wie Amsterdam oder Berlin, wo sich Gastronomen in kreativen Ideen überbieten, kommt lightmotiv als Dekorationselement zum Einsatz.
Gegen die Schnelllebigkeit
Die Projektionen aus der Ostwestfalen-Metropole wenden sich erfolgreich gegen die Schnelllebigkeit der Zeit. „Menschen verbringen immer mehr Zeit vor dem PC, sind gestresst, wollen eine Pause. In unseren Projektionen, die das ästhetische Empfinden kitzeln, finden sie Ruhe und Entspannung. Nichts nimmt uns so gefangen wie optische Reize.“ ist Matthias Strobl überzeugt. Bei der Gestaltung der Toskana Therme Bad Schandau war die tnl GmbH, die sich nicht nur dem Vertrieb ihrer Erfindung verschrieben hat, sondern das ganze Spektrum professioneller Projektions- und Lichttechnik aus einer Hand anbietet, federführend bei der Installation und Steuerung der Video- und LED-Technik.
Nachtschwärmer in Ostwestfalen können die Bildkompositionen Matthias Strobls seit geraumer Zeit im Kanal 21 bewundern. Eine bundesweite Verbreitung der Kunstwerke verspricht das neueste Projekt der Bielefelder: „Im Mai veröffentlichen wir in Kooperation mit dem Plattenlabel Elektrolux unsere erste Chill-Out-DVD, auf der unsere Motive mit Musik unterlegt sind. Der Hessische Rundfunk zeigt Ausschnitte daraus in seiner Nachtschleife.“
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"Professional Systems", Bielefeld - Eintauchen in eine andere Welt - Die Liquid Sound-Therme
Die meisten Themenparks, Event-Shows und Thermalbäder entstehen als Geschäftsidee, inspiriert vom Zeitgeist, justiert an Trends, detailliert abgestimmt mit Überlegungen zum Marketing. Eine wichtige Rolle spielt der Standort.
Im Oktober 2004 wurde in Bad Schandau (unweit von Dresden) bereits die dritte Therme mit dem Logo „Liquid Sound“ eröffnet. Alle drei „Liquid Sound-Tempel“ haben natürlich auch solide Geschäftsideen und Business-Pläne. Im Unterschied zu anderen Thermen gehen sie aber auf Ressourcen der Kunst und der Fantasie zurück, wie man sie in dieser Form selten antrifft. Micky Remann heißt der „Erfinder“, Initiator und heutige Direktor des Konzepts Liquid Sound, das er schon früh mit dem Slogan „Baden in Licht und Musik“ charakterisiert hat. Am Anfang stand die Vision vom Musikhören, während man im Wasser schwebt.
Aus Expeditionen, die Remann in den achtziger Jahren mit der akustischen Welt der Wale und Delphine vertraut machten, entwickelte sich dann ein Hörerlebnis als ganzheitliche Innovation im Bäderbau: Zum perfekten Klang sollten Lichtinszenierungen dazu kommen - ein Erlebnis für alle Sinne, das inzwischen auch durch Düfte gesteigert wird. Anfangs, in der Achtzigern, fühlten sich zunächst New Ager von der Idee angesprochen, und Remann wusste noch nicht, dass er dabei war, einen Megatrend des beginnenden 21. Jahrhunderts vorwegzunehmen: Wellness. Zehn Jahre habe er ungefähr gebraucht, um sich ergänzend zu seiner Vision auch das nötige Handwerk und Knowhow anzueignen, das man als kultureller Thermen-Planer braucht, sagt Remann. Die Vision und ihr Weg zum Konzept. Während die meisten Thermen ihre Pools und Ruhebereiche mit New Age-artiger Formatmusik im Fließband-Stil beschallen (oder von Dienstleistern beschallen lassen), ist das Musikprogramm bei Liquid Sound „handverlesen“ - persönlich ausgesucht von Micky Remann.
Und die meisten Künstler, deren Tonträger im und über Wasser zu hören sind, lassen sich gern zu Live-Auftritten bei Liquid Sound Special Events wie den monatlichen „Vollmondnächten“ einladen. Die erste Toskana-Therme mit Liquid Sound als Herzstück entstand 1999 in Bad Sulza, dazu kam 2002 das Berliner Liquidrom, und vergangenes Jahr im Oktober die Toskana- Therme Bad Schandau. Alle drei Bäder wurden vom selben Team geplant und erfolgreich betrieben, sie sind auch international stark beachtet. Wie zu erwarten, haben sich Nachahmer an dem Konzept versucht. „Sie wollten es auf Einzelkomponenten reduzieren“ sagt Micky Remann. „Man hat dann später von diesen Anlagen recht wenig gehört - außer dass die Betreiber auch Ausgaben durch Investitionen hatten, aber nicht den Erfolg, den das Original hat.“
Zu dem mittlerweile ausgefeilten Konzept mag Remann verständlicherweise keine Bastelanleitung geben. Das Ganze sei mehr als die Summe der einzelnen Komponenten, sagt er, und eine Anleitung zum Nachahmen hätte auch gar keinen Zweck: „Wenn man die Licht- und Multimediatechnik hat, ist das ja erst die Hälfte. Die zweite ist ein künstlerisches Konzept, damit die Gäste auch wirklich einen Gewinn davon haben. Es muss also einerseits das Verständnis da sein: wie funktioniert die Technik? Und andererseits gehört dazu: Wie setzt man sie ein? Welche Musikauswahl, welche Bilder, Projektionen, welche Licht- und Farbstimmungen in welchem Rhythmus? All das ergibt sich seitens der Technik ja nicht automatisch.“ Entscheidend ist für das Konzept Liquid Sound also die Frage: Wer führt Regie über die Technik?
Planung, Technik, Realisation
Die Philosophie hinter dem Liquid Sound-Konzept wirkt sich schon auf die Planung eines Thermenprojekts aus. Schon bei der Planung macht Remann sich Gedanken über das, was inhaltlich später laufen soll, zum Beispiel über die Musik-Performances. Das beeinflusst die Auswahl der Projektoren, Bildgeräte, Beschallungskomponenten und deren Platzierung. Multimedia-Konzeption und Technik erfüllen eine Doppelfunktion. Im täglichen Betrieb muss die Therme im Selbstlauf funktionieren. Für den Betreiber entstehen keine zusätzlichen Personal Aufwendungen, außer bei Special Events, wenn DJs auflegen oder Livemusiker spielen. Zur Umsetzung dieses Konzepts werden Firmen-Partner von Fall zu Fall nach pragmatischen Gesichtspunkten engagiert. Remann: „Mit den Firmen, die in Bad Schandau zum Beispiel Video-, Projektions- und Beduftungstechnik realisiert haben, haben wir erstmals zusammengearbeitet. Vorher hatten wir in dieser Richtung zwar viele Wünsche, aber noch keine ausgereifte, "wassertaugliche" Technik. Gute Erfahrungen hatten wir schon mit den Klangsäulen für die Beschallung im Raum gemacht, sie sind Teil des akustischen Konzepts, und deshalb haben wir sie in allen drei Thermen eingesetzt.“
Der mit Wasser gefüllte Konzertsaal
Aus den 360°-Rundumstrahlern kommt die Musik nicht präzise lokalisierbar aus einer bestimmten Richtung, sondern sie verteilt sich gleichmäßig im Raum. In Bad Schandau sind 32 dieser „Kugelschall“-Systeme im Innen- und Außenbereich installiert. Wie auch in Bad Sulza sind zwei Lautsprecher so positioniert, dass sie gleichzeitig auch als Monitorlautsprecher für auftretende Musiker nutzbar sind. Geliefert wurden sie von der Firma Akustische Systeme Thomas Lüttig in Bad Sulza. Es gibt die Klangsäulen in unterschiedlichen Größen. Weil sie elegant aussehen, eignen sie sich alternativ zu Deckenlautsprechern auch als „Objekt“ zur Beschallung von Bars, Lounges, Rezeptionen und Lobbies. Im Bass bereich klingen die Kugelstrahler defensiv. Das allerdings kommt dem Sound-Konzept entgegen, denn massive Bässe dienen nicht der wohligen Entspannung, sondern der Mensch wird eher „angeheizt“. In den Liquid Soundbeschallten Pools in Bad Schandau arbeiten insgesamt 22 Unterwasserlautsprecher, die bündig im Beckenboden und im Beckenrand eingebaut sind. Verwendet werden Lautsprecher drei verschiedener Typen in einer speziellen Kombination. Die Komponenten sind jeweils für verschiedene Frequenzbereiche besonders geeignet. Die Unterwasser-Beschallung und -Aussteuerung als Kernstück des Liquid Sound-Konzepts wurde über Jahre hinweg entwickelt und immer wieder verbessert.
Eine niveauvolle Beschallung unter Wasser ist eine Herausforderung, die sich an den physikalischen und physiologischen Gegebenheiten der Hydroakustik orientieren muss. Viele verbinden Unterwassermusik mit Mittelwellenradio - geringe Bass-Anteile und Mono. Anders bei Liquid Sound; schon in Bad Sulza bekommt man mit den Ohren unter Wasser Bässe geboten. Im Berliner Liquidrom erlebt man klanglich noch eine Steigerung. Für die Therme in Bad Schandau wurde das System noch einmal verbessert, die Bässe sind gleichmäßiger vorhanden. Mit der Stereophonie dürfte es im Medium Wasser wohl auch in Zukunft problematisch bleiben: Weil sich Schall unter Wasser etwa fünfmal schneller ausbreitet als in der Luft, kann das menschliche Ohr die Laufzeitdifferenz zwischen linkem und rechtem Kanal nicht mehr auseinander halten - auch wenn messtechnisch gesehen ein dezidiertes Stereosignal im Wasser nachweisbar ist. Dem „Konzertsaal unter Wasser“ ist wegen der relativen Trägheit des menschlichen Gehörs zwar nur eine monophone, immerhin aber eine Surround-Sound-Karriere beschieden.
Visuelle Technik
Wer mit den Ohren unter Wasser rücklings in der Thermalsole driftet, wird in Bad Schandau zwei besondere optische Attraktionen erleben: eine innovative Anlage für Sprühnebel-Projektion und 360°- Projektionen in der Kuppel über dem Liquid Sound-Pool. Beide Attraktionen hat es in dieser Form bislang noch nicht gegeben. Nach den Planungen und Vorgaben von Micky Remann waren für beide Installationen die Firmen Flash Art, Berlin, und tnl in Bielefeld zuständig. Die Videokünstlerin Tina Zimmermann hat Bildkompositionen aus Farben und bewegten Strukturen geschaffen, die besonders auf den „Flow“ des Bade-Erlebnis‘ abgestimmt sind. Micky Remann: „Wir haben schon im Liquidrom Berlin gute Erfahrungen mit Tina Zimmermann gemacht. Sie hat ein intuitives Verständnis von Bildfolgen, von Rhythmen und davon, wie sie sich technisch umsetzen lassen. Sie hat ein Gespür für den Rhythmus der Badenden, für die speziellen Rezeptionsformen, die der Mensch hat, wenn er im Wasser schwebt.“
Den Sprühnebel mit seinen Bildern erlebt man am eindrucksvollsten im 14 Meter langen Außenbecken an der Elbseite. Aus drei 6 Meter hohen Stelen tritt seitlich der Wasserdampf aus, die mittlere Stele, mit beidseitig austretendem Dampf bildet also die Unterteilung zwischen zwei „Projektionsflächen“, die insgesamt über 15 Meter gehen. Die rechte Projektion ist an der Mittelstele symmetrisch gespiegelt: Was rechts außen auftaucht, erscheint auch links außen. Weil der Sprühnebel als „Leinwand“ aber ständig in Bewegung ist - und je nach Wind und Windrichtung auch stark verweht wird - gestalten das zerstäubte Wasser, der Wind, außerdem natürliches und künstliches Licht die Projektion maßgeblich mit, und nie sind die beiden gespiegelten Seiten identisch. Lässt man die Installation in aller Ruhe auf sich wirken, sieht man geisterhafte, dreidimensionale Schemen und Figuren. Und stellt man in der Abenddämmerung den Augen-Fokus zwischendurch auf „Unendlich“, sieht man im Hintergrund die Elbe vorbeiziehen. Ein eindrucksvolles, gleichzeitig beruhigend entspannendes Schauspiel.
Matthias Strobl, Geschäftsführer von tnl Bielefeld: „Die Erstellung des Contents haben wir begleitet und an einigen Richtlinien mitgearbeitet. Seitens der Technik mussten wir dafür sorgen, dass bei der sich ergebenden Projektionsfläche die Tiefenschärfe des Beamers voll ausgenutzt wird, denn in den 3 bis 4 Metern Tiefe, bis zu der das Wasser verweht wird, sollten die Bilder möglichst scharf zu erkennen sein.“ Tina Zimmermann und tnl erarbeiteten Vorgaben, was von der Bildseite ästhetisch passt und technisch unter den besonderen Bedingungen projizierbar ist. Schnelle Sequenzen, etwa ein Fußballspiel im 4:3-Format kann man nicht erkennen, infrage kommen nur relativ ruhige Bildfolgen. „Man muss ja immer die Bewegung des Nebels einkalkulieren“, erläutert Strobl, „mit langsamen, erhabenen Motiven erreicht man da einen interessanten Effekt, weil sich die gleichzeitige Veränderung der Bilder mit der Veränderung des Nebels durch den Wind ergänzen, und zwar so, dass beim Betrachter nie zwei mal das gleiche Bild ankommen kann.“
„Die grundsätzliche Technik von Sprühnebelprojektion war uns schon geläufig“ erinnert sich Andreas Korth von Flash Art. Die Herausforderung hier war: Micky Remann wünschte sich aus ästhetischen Gründen, dass wir den Wassernebel nicht von einer Traverse als herabfallenden Vorhang kommen lassen, sondern vertikal aus drei Stelen.“ Die Schwerkraft arbeitet also dagegen, dass ein homogener Vorhang entsteht. Der Lösung näherte man sich durch entsprechend dimensionierte Düsen und durch eine Spezial-Pumpe, die einen Druck bis 150 bar leistet. „Das ergab eine geschlossene Projektionsfläche“, sagt Korth. „Wir sind dabei natürlich erst mal von Windstille ausgegangen. Aber auch bei bewegter Luft war es bei Versuchen vor Ort immer noch ausreichend, um eine flächige bis räumliche Projektionsfläche zu bekommen, denn der Wassernebel verteilt sich, wenn er vom Wind verweht wird, natürlich räumlich.“ Die Sprühnebel-Anlage soll jetzt auch tauglich für den Winter gemacht werden. Zu den Standard-Parametern für die Wasser aufbereitung wie Filterung und Entkalkung kommen dann noch weitere hinzu, zum Beispiel eine Heizung in den Gehäusen für die Projektoren. Die Sprüh-Säulen werden dann mit beheiztem Wasser beliefert. Auch im Außenbereich mussten die Projektoren (zwei GT 5000 von NEC) so auf- und eingebaut werden, dass die Sprühnebel-Anlage störungsfrei im Dauerbetrieb laufen kann. Das heißt auch: Schutz vor Diebstahl und Vandalismus - bei gleichzeitig ästhetisch passendem Aussehen. Gehäuse für dauerhaften Außenbetrieb, ohne dass der Projektor Schaden nimmt, gibt es auf dem Markt noch nicht. Deshalb war auch hier einiges an Entwicklungsarbeit nötig. Die abschließbaren Cases aus Edelstahl (Gewicht 80 kg) stehen auf einer leicht abfallenden Rasenfläche, so dass die Betrachter im Außenbecken nicht geblendet werden.
360°-Projektion
Die 360°-Projektion in der Kuppel über dem großen Pool stellte die Lichtspezialisten von Flash Art und tnl ein weiteres Mal vor besondere Herausforderungen. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 11 Metern. Sie ist aber nicht genau formgleich mit der Hälfte eines Balls, sondern entspricht einer Halbkugel, auf die oben noch eine kleinere Halbkugel aufgesetzt ist. Zwei Projektoren sind zwischen der von innen sichtbaren Decken-Kuppel und ihrer Außenhaut untergebracht. Der Durchbruch durch die Außenhaut, also die Öffnung für die Projektion wurde aus handgefertigten V4A-Flanschen gebaut, mit abgeglichenen, wasser- und luftdichten Glas-Domen, wie sie für Kameratechnik in U-Booten entwickelt wurden. Die Projektionsräume zwischen Kuppel und Außenhaut des Daches mussten außerdem so isoliert werden, dass die Dämpfe von der Salzsole die Elektronik nicht angreifen. Mit zweischichtigen, wasserfesten Trockenbau-Platten wurden Projektor-Räume gebaut, die zusätzlich permanent entfeuchtet und klimatisiert werden. Der Standort der Projektoren außerhalb der Kuppel ergab sich aus der Salzsole, die mit einem Salzgehalt von 3 % und einer Temperatur von 36° unterhalb der Kuppel ihre Dämpfe absondert. Aus horizontaler Richtung die Kuppel vollständig mit einer Projektion zu füllen, ist ein besonderes Problem. „Wir haben uns auf dem Optik-Markt umgeschaut“ erinnert sich Matthias Strobl von tnl aus Bielefeld, „und die Lösung brachte schließlich ein Spezialobjektiv der Firma ISCO mit einem Abstrahlwinkel von 120° horizontal und 180° vertikal, also extrem weit winklig. ISCO hat uns sehr geholfen und auch in der Testphase unterstützt.“ Die beiden Projektoren haben untereinander eine Art Arbeitsteilung: Einer besorgt den Hintergrund, der andere mehr einzelne, detailliertere Motive und Ereignisse. Auch hier sind Content-Guidelines erstellt worden. Matthias Strobl: „Im Hinblick auf die angestrebte Entspannung der Besucher sind wir ein weiteres Mal zu dem Ergebnis gekommen, dass schnelle Animationen ungeeignet sind. Man wird schwindlig, und die Augen können sich nicht entspannen. Langsame Bewegungen und klar erkennbare Formen sind erforderlich.“
Regelmäßig werden während des täglichen Betriebs beide Projektoren abgeschaltet, damit auch die LED-Beleuchtung des Raumes zum Tragen kommt. Auch an dem speziellen LED Licht war tnl Bielefeld maßgeblich beteiligt. Insgesamt hat Tina Zimmermann für die Sprühnebel-Wand plus Kuppeldach etwa 40 Stunden Videomaterial bereitgestellt. Zum Teil sind das Filme von nur fünf Minuten. Die einzelnen Sequenzen mussten daher zu einem Programm zusammengefügt werden. Es entstanden unterschiedliche Tages-Programme: Der Besucher sieht Montags andere Bilder als Mittwochs. Alle drei Monate werden die Videos ausgetauscht. „Probleme gab es eine Weile mit der Anpassung der Filme an das Abspielsystem, mit der Synchronisierung“ sagt Matthias Strobl. „Wir haben ein paar zusätzliche Arbeitseinsätze gefahren, um das glatt ans Laufen zu bekommen. Als dann alles ohne Abstürze funktionierte, konnten wir die Sache als funktionstüchtig im Dauerbetrieb bezeichnen.“
Und natürlich: Wellness
Als Rahmenprogramm zum Liquid Sound-„Kernerlebnis“ werden alle aktuellen Wellness-Applikationen geboten: Diverse Massagen, Thalasso- und Beauty-Behandlungen, verheißungsvolle Verwöhnkuren wie „Magic Honey“ oder die „Choccolat-Behandlung“. Ein „After-Work-Entspannungspaket“ (35 Euro) enthält über vier Stunden „Baden in Licht und Musik“, Sauna, eine Schulter-Nacken massage, ein Getränk plus ein Essen mit leichter, mediterraner Kost. Die ist Standard in den Restaurants von Bad Sulza, Berlin und Bad Schandau. Schreitet man in Bad Sulza nach dem Thermenbesuch entspannt und beschwingten Schrittes nach Hause, geht der Blick noch einmal zurück zu der architektonisch eindrucksvollen Therme mit ihrer großen Glaskuppel. Und vielleicht fällt dann der Blick auch auf die metallene Plakette neben dem Eingang, auf der eingraviert das Motto zu lesen ist „Dem Gesamtkunstwerk Mensch gewidmet“.
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"Neue Westfälische", Bielefeld, Februar 2005 - In den Ikea-Regalen der Welt
Möbelriese hat Kunst-Projektionen aus Bielefeld in sein Sortiment aufgenommen
Bielefeld. Früher klaubte Matthias Strobl Kleintiere aus Gestrüpp und Wasser, und beobachtete im Marmeladenglas, was er gefangen hatte. Sanft bestrahlt, waberten die Umrisse der Kaulquappen, Stichlinge und Libellenlarven über die Zimmerwand. Verfeinert und weiterentwickelt umschmeicheln Strobls Projektionen gefärbter Öl-Wasser-Gemische heute Menschenseelen - weltweit. 2000 gründete er die „tnl GmbH“ (theNightLab). Sein spektakulärster Kunde: Ikea, der blaugelbe Möbelriese aus Schweden.
Statt Kleingetier schwimmen heute Wasserfarben, Öle, Kosmetika und Reinigungsmittel in einer geöffneten Petrischale. Die steht in einem umgebauten Tageslichtprojektor, der vergrößert an Wände projiziert, was im Schälchen passiert. Ein Quirl bewegt die Stoffe, Formen bilden und Farben mischen sich, heften sich sanft ans Betrachterhirn, regen an und entspannen. Rund 1.000 Substanzen habe er ausprobiert, sagt Strobl. Seine derzeitige Lieblingsmischung: Klarspüler, Nagellack und Nagellackentferner mit einem Tropfen Silikonöl.
Einen Gegenpol zur Medienflut habe er schaffen wollen. Werbehickhack und belangloses Gerede ermüdeten, machten Menschen apathisch und mürbe. Strobls Licht-Farb-Spiele verbinden Naturwissenschaft und Kunst, inspirieren und kitzeln das Hirn, die Formen zu fassen und zu benennen.
Ein Plastik-Blumenübertopf war Strobls Prototyp. Er setzte eine gläserne Schale in den Topfboden, füllte Gemische ein, beleuchtete und warf sein Werk an die Decke.
Heute sind seine Lichtmaschinen aus Metall, weltweit patentiert und Strobl reist mit seiner Erfindung durch die Lande. In Rio de Janeiro ist er gewesen, hat auf großen Techno-Partys in Portugal, Spanien, Tokio und St. Petersburg Farben über Wände aller Art wabern lassen und weitere Geschäftsfelder erschlossen. Er verkauft Projektoren samt Inhalt, Aufbau und Einweisung, Leinwände, Abspielgeräte, Poster, Wasserzutaten und DVDs.
Matthias Strobl und seine fünf Mitarbeiter haben Fotos rumgereicht, Messen besucht, sich in Kunstwettbewerben mit Kreativen gemessen, Kataloge und Kalender drucken lassen. Vor zwei Jahren meldete sich die französische Agentur „Nouvelles Images“ bei Matthias Strobl. Der Einrichtungsgigant Ikea plane eine Großbild-Serie und eines der Farb-Motive Strobls solle neben den Werken anderer Künstler als 1,50 x 2 Meter-Bild in den Ikea-Regalen der Welt feilgeboten werden.
Matthias Strobl unterschrieb den Vertrag. „Blue Bubble“ tauften die Schweden das Werk. Die Motive der anderen Künstler sind nun gedruckt und die Möbelhäuser beliefert, das Bielefelder Bild fehlt noch. „Lieferschwierigkeiten“, sagt Stephan Walther, lokaler Marketingchef des Ikea-Einrichtungshauses in Brackwede. Die anderen Bilder der Serie verkauften sich sehr gut und der Lieferant sei überlastet. Nun steht Strobls Bild hinten an, Ikea of Sweden suche aber weltweit weitere Lieferanten. „Wir frohlocken erst, wenn das Bild in den Regalen steht“, sagen Matthias Strobl und seine Mitarbeiter.
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"Production Partner", Bielefeld, Juni 2003 - lightmotiv.analog: analoge Projektionen von theNightLab
Die in Bielefeld ansässige Firma tnl bietet mit dem lightmotiv.analog einen Großbildprojektor an, mit dem sich Flächen bis zu einer Dimension von 30 Metern bespielen lassen.
(06/2003)
Die Technik ist keineswegs neu und erinnert sofort an die psychedelischen Effektscheiben aus den vergangenen sechziger und siebziger Jahren, doch der lightmotiv.analog Projektor hat hier etwas mehr zu bieten. Es werden zwei Effekte genutzt, einerseits kann ein Motiv projiziert werden, andererseits kann in einer offen Petrischale mittels verschiedener Flüssigkeiten eben besagte psychedelische Effekte erzielt werden. Reizvoll ist dabei die Kombination beider Effekte zu einem Gesamtbild.
Technisches Konzept
Basis ist ein rein analoges Konzept, d.h. eine Ansteuerung des Projektors beispielsweise via DMX für Funktionen wie Dimmer, Fokus, Shutter und ähnliche bekannte Features sind hier nicht vorgesehen. Die Projektionsfläche wird durch den Aufstellungsort bestimmt und durch den manuell zu verstellenden Spiegel positioniert. Auch die Fokussierung erfolgt manuell. In einer Distanz von 2 m zur Projektionsfläche lässt sich ein Projektionsdurchmesser von ca. 1 m erzielen, bei einer Distanz von 20 m liegt der Durchmesser bei ca. 10 Metern. Der Projektor basiert auf einem Aluminiumgehäuse in der Dimension 30 X 28 X 93 cm und bringt insgesamt ca. 20 Kg auf die Waage. Im unteren Teil des Gehäuses ist spritzwasser- und staubgeschützt ein Osram HMI 575 W Leuchtmittel inklusive Reflektor, Optik und UV-Filter untergebracht.
Der Brenner lässt sich manuell um ein paar Prozent dimmen, insgesamt bietet der Projektor einen Output von ca. 6.000 ANSI-Lumen. Der Lichtaustritt erfolgt gerichtet durch eine runde Glasscheibe, auf dieser wird einerseits das Logo platziert, direkt darüber wird auf einem motorisch in und gegen den Uhrzeigersinn drehbaren Ring die Glasschale platziert. Das zu projizierende Logo, oder Motiv ist also statisch, währen die zweite Effektebene in verschiedenen Geschwindigkeiten rotierbar ist. Die Motive können eine physikalische Größe von 17 cm Radius einnehmen, dabei können konventionelle Dia genauso verwendet werden wie beispielsweise auch geeignete Folien für einen Overheadprojektor. Letzteres ist natürlich eine kostengünstige Variante, die schnell bei einem Event mittels Laptop und Drucker erstellt werden kann und damit eine gute Flexibilität bietet, allerdings auch im Dauerbetrieb nur eine begrenzte Halbwertzeit hat. Im ungünstigsten Fall liegt diese bei acht Stunden, so ein Erfahrungswert von tnl.
In der offenen Petrischale können nun Grundflüssigkeiten auf Alkohol-, Öl-, oder Wasserbasis eingebracht werden. In die Grundsubstanz können dann beispielsweise verschiedene Lebensmittelfarben, oder Farben aus dem Künstlerbereich eingebracht werden und so werden immer wieder neue und natürlich nicht reproduzierbare Motive geschaffen. Zusätzlich steht eine Art Quirl zur Verfügung, der in die Schale eingesetzt werden kann und ebenfalls auf verschiedenen Geschwindigkeiten rotieren und in beiden Richtungen drehen kann. Bisher steht der lightmotiv.analog Projektor nur als Vermietobjekt zur Verfügung, was zunächst einmal ein Vorteil ist, da tnl auch die entsprechenden Substanzen und Farben für die Effekte vorhält.
Referenzen
Grundsätzlich handelt es sich sicher um ein interessantes Konzept, dass den künstlerischen Gedanken in den Vordergrund stellt und weniger auf eine reproduktive und exakte Technik abzielt. Einsatzgebiete sind sicherlich die DJ- und VJ-Szene, aber auch Wellness-Bereiche, Produkt- Präsentationen (Porsche Cayenne Präsentation im Porsche- Zentrum Paderborn; Davidoff in Amsterdam) und Events (Expo 2000, Boot 2003 Düsseldorf) zählen bisher zu den Zufriedenen Kunden von tnl.
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"Mushroom Magazin", Bielefeld, Mai 2002 - Projizierte Lösungen
Wenn Matthias von lightmotiv live am mixen ist, dann bekommt man keine Musik zu hören, sondern sieht bunte Bilder aus Flüssigkeiten, welche den Raum in wabernde Farben tauchen.
Franzi: Erzähle von deinem Deko-Konzept...

Matthias: Mein Deko-Konzept beruht auf Projektionen. Ich habe den Anspruch, Licht-
räume zu schaffen, die mehr sind als die Summe ihrer Teile. Es soll eine Aura entstehen. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht ein selbstent-
wickelter Projektor, mit dem ich eine spezielle Art von Bildern erzeuge, die ich „lightmotiv“ nenne. lightmotiv ist im Grunde die vergrößerte Abbildung von bunten Flüssigkeitslösungen, die in einer Petrischale zusammengemischt werden. Die Inhaltsstoffe finde ich in meiner Umgebung, meist sind das Produkte aus dem Haushalt, also Farbpigmente, Speiseöl, Reinigungsmittel, etc.
Die Liste wird immer länger... Das besondere an dieser Art von Bildern ist, daß man nie 100 %ig vorhersehen kann, wie sie aussehen werden, weil am Ende die Naturgesetze darüber bestimmen, wie sich die Strukturen anordnen. Für die Bilder bedeutet das, daß sich die Ordnung der Strukturen nie genau wiederholt und deshalb ist jeder Moment, jedes Bild einzigartig.
Franzi: Man kann also sehen, wie sich die Substanzen miteinander verbinden und was es für chemische Reaktionen gibt?
Matthias: Ja und Nein. Sehen kann man unterschiedliche chemische, physikalische und auch biologische Reaktionen, die als unterschiedliche Farbverläufe und dynamische Formen als bis zu 20 Meter große Projektion abgebildet werden. Aber man kann eben noch mehr „sehen“ bzw. erkennen, als das eben Beschriebene. Das Bewußtsein ist gewohnt, eine Botschaft zu entschlüsseln, d.h. es versucht, möglichst genau das wiederzufinden, was es schon einmal wahrgenommen hat. Da sich die Strukturen der Flüssigkeitslösungen aber nie wiederholen, ist das Bewußtsein genötigt, neue Assoziationen zu bilden. Es gibt keine Botschaft, die entschlüsselt werden könnte. Das, was man darin erkennt, sind die eigenen Gedanken.
Franzi: Wie bist du auf diese Idee gekommen?
Matthias: Die Idee mit dem Projektor hat sich erst nach und nach entwickelt. Ich war schon immer fasziniert von Licht, Farben und Natur und gebastelt hab ich auch gerne. Vor etwa vier Jahren hat sich das dann zusammengefügt: ich habe ein Schüsselchen mit Salatsauce genommen, es auf einen umgedrehten Plastikblumentopf ohne Boden gestellt, unten in den Topf eine Glühbirne rein und das, was ich oben an der Zimmerdecke gesehen habe, hat mich bis heute nicht mehr losgelassen. Das war definitiv mehr als Salatsauce...
Franzi: Gibt es denn etwas, was du versuchst, damit auszudrücken oder zu bewirken?
Matthias: Die Message würde ich mit „faszinierende Wirklichkeit“ beschreiben. Ich bin selbst oft stundenlang einfach nur hingerissen von den Prozessen und Strukturen, die die Naturgesetze hervorbringen. Die Augen sind das Organ, mit dem wir am meisten Information aufnehmen können, die Wichtigkeit visueller Eindrücke kann gar nicht überschätzt werden.
Und mit den Bildern, die mir jeden Tag tausendfach in unserer schönen bunten Warenwelt begegnen, kann ich beim besten Willen nichts anfangen. Sie wirken auf mich, als wären sie für Maschinen gemacht. Da brauch ich Ausgleich. Ich möchte nach innen schauen, mir durch Bilder, die sich immer neu erschaffen, einen Raum geben für meine Phantasie. Für mich ist lightmotiv eine sprudelnde Quelle der Inspiration und der positiven Gedanken.
Franzi: Was inspiriert dich?
Matthias: Die Schnittstelle zwischen Chaos und Ordnung.
Wenn ein Eindruck zu geordnet ist, dann empfinde ich ihn als langweilig, wenn er zu durcheinander ist, dann empfinde ich ihn als unübersichtlich. Dazwischen gibt es einen Punkt, der mich kickt, egal ob das jetzt in der Musik ist oder in Bildern oder sonstwo. Inspiration kann ich aber nur dann erfahren, wenn die Umgebung das zuläßt und ich mich entspannen kann. Dann bin ich offen für die Eindrücke, die meine Umgebung zu bieten hat. Das gelingt mir am besten, wenn ich draußen in der Natur oder auf Parties bin. Dort können sich meine Augen stundenlang mit Wäldern, Bergen, Wasser aber durchaus auch mit Eindrücken von einer Party beschäftigen. Dabei erkennne ich Strukturen, Zusammenhänge zwischen den Dingen, Muster die sich wiederholen, aber doch immer ein bißchen anders.
Es gibt einfach unendlich viele visuelle Eindrücke, kein Moment ist wiederholbar. Man muß sich nur darauf einlassen.
Franzi: Tust du das auch live? Wenn du bei einer Veranstaltung auftrittst, läßt du dich auf die Stimmung ein und davon spontan in deiner Arbeit inspirieren?
Matthias: Auf jeden Fall. Das schöne an dem Projektor ist ja, dass man sich nicht nur die Substanzen aussuchen kann, die hineinkommen, sondern daß man auch die Bewegungen beeinflussen kann. So kann ich die Geschwindigkeit und die Richtung der Bewegungen steuern und das mache ich natürlich im Einklang mit der Musik. Bei der Farb- und Substanzwahl lasse ich mich ebenfalls von der Partyatmosphäre beeinflussen. Aber es ist im Moment nun mal so, daß die Musik den Rhythmus der Party vorgibt und die Visuals sich mehr oder weniger an diesem Rhythmus orientieren müssen. Von daher fände ich es klasse, wenn es mal ein bißchen mehr Interaktion mit den DJ‘s gäbe. Bei klassischen Videoprojektionen ist das ja nicht so ein Thema, weil die Sachen, die abgespielt werden, meist ohnehin nicht beeinflussbar sind. Aber bei diesem Projektor gibt es halt die Möglichkeit, unmittelbar auf das einzuwirken, was gerade passiert und das könnte man noch besser ausnutzen, wenn es eine Interaktion mit den DJ‘s gäbe. Naja - kommt Zeit kommt Tat...
Franzi: Welchen Zusammenhang siehst du zwischen deiner Kunst und der Musik?
Matthias: Ich sehe eine Menge Ähnlichkeiten. Musik strömt in eine Richtung - die Flüssigkeit auch. Die Flüssigkeiten werden zusammengemixt, die Musik ebenfalls. Bei beiden ändert sich die „Farbe“, die Geschwindigkeit, die Komplexität, und beide beeinflussen darüber die Raumatmosphäre. Für mich sind Musik und Visuals auf einer Party untrennbar miteinander verbunden, so wie Hören und Sehen für unsere Wahrnehmung miteinander verbunden sind. Im Grunde geht es doch um dieselben Prinzipien, nur eben für unterschiedliche Sinne. Interessant ist für mich dann eher die Frage nach den Schnittstellen, weil nur wenn die vorhanden sind und ein echter Austausch zwischen Optik und Akustik stattfindet, die Party zu einem ästhetischen, ganzheitlichen Erlebnis wird. Der Projektor hat schon einige Möglichkeiten, da man ja zu jeder Zeit direkt auf das Geschehen einwirken kann, aber ich sehe da auch noch ein großes Entwicklungspotential. Ich träume von einem „Klang/Licht - Universum“, in dem sich das Hörbare und das Sichtbare ständig umkreisen, sich wechselseitig beeinflussen und die Sinne dadurch immer weiter getragen werden, oder, um das mal in Partydeutsch auszudrücken, von einem einzigen, ewig anhaltenden Megaflash.
Franzi: Kannst du eigentlich von dieser Arbeit leben?
Matthias: Komplizierte Frage. Auf jeden Fall verdiene ich damit im Moment leider nicht genug Geld, um ein sicheres monatliches Einkommen zu haben. Ich möchte das aber dringend ändern, weil man auch irgendwie sehen muss, wo man bleibt. Außerdem hat man mit Geld viel mehr Möglichkeiten, seine Ideen umzusetzen und das würd‘ ich schon ganz gerne machen. Aber wenn man diese Frage mehr so auf Inhalt bezogen versteht, dann kann ich davon sehr gut leben, weil es ein gutes Gefühl ist, für eine Sache zu arbeiten, die einem sinnvoll erscheint.
Franzi: Worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist das kleine `R` hinter dem Namen lightmotiv... Du hast aus deiner Idee ein kleines Unternehmen gegründet. Erzähl doch mal, wie es dazu gekommen ist, und wie das so läuft.
Matthias: Aus dem anfänglichen „Wow ist das geil - andere sollen das auch sehen“ sind sehr bald konkrete Gedanken geworden, wie ich die Idee von lightmotiv am besten verbreiten kann. Und da ich keine Lust hatte, mir die Idee klauen zu lassen, habe ich die Erfindung des Projektors patentieren lassen. Da stand ich also vor der Entscheidung, ob ich das jetzt weiter so „kunsthandwerklich“ betreibe, also an Blumentöpfen basteln, oder ob ich den Gedanken konsequent durchziehe, mit Firma und allem drum und dran. Die Entscheidung war für mich sehr schnell klar: wenn ich die Idee von lightmotiv ohne Abstriche verbreiten will, muß ich auch die organisatorische Infrastruktur aufbauen, sprich ein Unternehmen gründen. Also habe ich mich vor knapp eineinhalb Jahren mit ein paar Artgenossen zusammen auf diese Herausforderung eingelassen. Und gemeinsam ziehen wir das jetzt durch. Am Anfang haben wir sehr viel Zeit mit Diskussionen und „vor der Projektion“ verbracht und dann haben wir uns Schritt für Schritt in konkrete Aktivitäten gestürzt: Räume renovieren, Konzepte schreiben, Banken überzeugen und Projektoren bauen. Das ist so der Punkt an dem wir jetzt sind. Aber natürlich sind wir nicht als Meister vom Unternehmerhimmel gefallen, sondern müssen uns jeden Tag mit der sogenannten „marktwirtschaftlichen Realität“ auseinandersetzen. Und es ist ein hartes Geschäft, mit einem Produkt, was es so noch nicht gibt und was man auch nicht mal eben einfach so erklären kann, innerhalb dieser Realität seinen Platz zu finden... Auf jeden Fall ist das ganze für mich eine lehrreiche Erfahrung, die ich nicht missen möchte und ich möchte mich an dieser Stelle mal bei allen Leuten bedanken, die durch Ihr Engagement die Idee von lightmotiv weitergebracht haben.
Franzi: Wie reagieren denn Menschen außerhalb der Szene auf so eine Art von Bildern?
Matthias: Die Bilder finden eigentlich die meisten schön. Aber da die meisten Menschen einfach einem bestimmten Muster folgen wenn sie ein Bild sehen, nämlich ist es schön oder nicht schön und dann weitergehen, ist das erstmal keine aufschlussreiche Reaktion. Ich glaube, die Reaktion hat einfach damit zu tun, daß diese abstrakten, organischen Formen aus der Natur für das ästhetische Empfinden sehr vertraut sind. Wirklich dafür interessieren tun sich vor allem Leute aus den Bereichen Chaosforschung und Entspannungspsychologie. Und den unmittelbaren Wunsch, sich da stundenlang davorzuhängen und kollektiv rumzuflashen gibt es eher selten außerhalb der Szene.
Franzi: Was sind das für Veranstaltungen, auf denen du spielst?
Matthias: Die Veranstaltungen sind von der Art her sehr unterschiedlich. Das geht dann so von Firmenfeiern, Messen und Ausstellungen über VJ-Treffen und Geburtstagen von Freunden bis hin zu selbstorganisierten Events und natürlich Trance-Partys. Aber natürlich macht nicht alles gleich viel Spass... Richtig super fände ich mal eine Session in einem Kino zu machen, mit einem Musiker und einfach eine Stunde lang nur Bilder und Töne wirken zu lassen.
Franzi: Gibt es bei eurer Firma auch eine Zusammenarbeit mit anderen Visual-Artists, so im Sinne von Netztwerkcharakter?
Matthias: Ja, auf jeden Fall. Wir begreifen uns als Knotenpunkt in einem Netzwerk von Visual-Artists. Gemeinsam ist man einfach stärker als allein. Und gerade so Produkte wie selbsterzeugte Poster und DVD‘s lassen sich über eine zentrale Plattform viel besser vermarkten als über eine Einzelperson. Unsere Firma heißt theNightLab, kurz tnl, und dieser Name ist Programm. Ein nachtaktives Labor, in dem wir herumexperimentieren um alternativen Content zu erzeugen, den wir „Psychonautenfutter“ nennen. Das Netzwerk besteht aus Lichtdesignern, VJ‘s, Fotografen, Videoleuten, Grafikern aber natürlich auch aus Leuten, die im Bereich Projektionstechnik und Produktionsverfahren für Content fit sind. Hauptsächlich arbeiten wir mit Leuten zusammen, die sich ebenfalls auf Projektionen spezialisiert haben und denen wir auch technikmäßig zur Seite stehen, Tina Zimmermann ist da ein gutes Beispiel. Sie macht völlig unabhängig Ihre Sachen und wenn sie mal kurzfristig Technik braucht ruft sie halt bei uns an und wir organisieren ihr den Beamer den sie braucht. Ebenso helfen wir uns gegenseitig beim Vertrieb oder auch bei Eventaufträgen. Visual Artists, die sich von diesem Konzept angesprochen fühlen, sind übrigens herzlich eingeladen, sich mal bei uns zu melden...
Franzi: Gibt es da auch gemeinsame Projekte?
Matthias: Gerade mit Tina gibt es schon das ein oder andere Projekt. Wenn alles klappt, werden wir diesen Sommer gemeinsam mit Oliver (der letztes Jahr auf der Voov die „Waldkringel“ gemacht hat) auf einigen größeren Outdoor-Parties mitgestalten, auf jeden Fall schon mal auf der Wonderland im Waldfrieden. Außerdem arbeiten wir an einer gemeinsamen DVD-Reihe und an einer Posterserie. Darüber hinaus betätigen wir uns als Eventorganisatoren und arbeiten dabei immer öfter mit den Leuten vom Waldfrieden zusammen.
Franzi: Was für Zukunftsvisionen hast du für dich und für die Firma?
Matthias: Über meine Zukunftsvisionen will ich irgendwann mal ein Buch schreiben... Dazu fällt mir soviel ein, dass kann ich nicht in fünf Sätzen ausdrücken. Ich glaube, daß die Wichtigkeit von visuellem Content enorm zunehmen wird. Bevor Bildschirme ein Teil unserer Realität wurden, war das Angebot an optischem Content ja sehr überschaubar. Aber jetzt gibt es viele Bildschirme, die gefüttert werden wollen und darüberhinaus die Tendenz, daß immer weniger Bildschirme „paralell“ dasselbe zeigen, wie z.B. beim heutigen Fernsehen. Diese großen Contentkanäle, die nur als Einbahnstrasse funktionieren und die inzwischen von mehr oder weniger marktwirtschaftlichen Interessen dominiert werden, gehören wohl glücklicherweise bald der Vergangenheit an. Das Angebot an Inhalten wird stetig wachsen. Die technischen Ressourcen, die nötig sind, um z.B. Video oder Fotos zu erzeugen, zu bearbeiten und zu verbreiten, waren bislang nur wenigen Personen zugänglich. Heute verfügen wesentlich mehr Menschen über diese Ressourcen und die können alle ihre Videos und Fotos erzeugen, bearbeiten und, wenn sie wollen, auch als Zimmertapete ausdrucken (bzw. dranbeamen). Es wird also eine Inflation der optischen Inhalte geben und an dieser Stelle wird das Medienlabor tnl interessant. Wir haben den lightmotiv-projektor, den wir in einer „für zu hause“ - Version auf den Markt bringen wollen und der völlig unabhängig vom Fernseher visuelle Eindrücke erzeugt. Und wir haben bewußtseinserweiternden Content den wir in unserem Medienlabor gemeinsam mit den Visual-Artists entwickeln. Naja, und da habe ich schon sehr schöne Zukunftsvisionen, von kollektiven Visual-Events, von Installationen für‘s Wohnzimmer oder von Locations in Großstädten, die sowas wie einen chill-out vom Stadtleben darstellen. Eine meiner angenehmsten Vorstellungen ist eigentlich die, daß es irgendwann Leute geben wird, die völlig erfüllt Zuhause an ihrem lightmotiv- Projektor sitzen und denen es genau so viel Freude bereitet wie mir.
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"Neue Westfälische", Bielefeld, März 2001 - Alles so schön bunt hier
Ein junges Bielefelder Start-Up-Unternehmen belebt die Szene mit Lichtspielen
Bielefeld. Am Anfang war das Licht. Farblos, fade, fahl. Man kann es zu Spots bündeln, mit Spiegeln ablenken, man kann es durch farbige Filter jagen und auf alles werfen, was weiß ist. Matthias Strobls Licht ist so bunt, dass sich nicht nur die Augen, sondern alle Sinne in ihm verlieren können. Wenn der 24-Jährige den Stecker in die Dose schiebt, bewegen sich dicke Farbkleckse quallenartig durch den Raum, kriechen über Decke und Wände, immer wieder neu und mit immer wieder überraschenden Effekten.
In der Techno-Szene ist die Lichtmaschine des Bielefelder Jungunternehmers zur Zeit sehr angesagt. Er ist der Pionier einer fundamental neuen Technik, die er sich weltweit hat patentieren lassen. Noch kommen in Deutschland nur vereinzelt Partygäste in den Genuss der Farborgien, die aus einem umfunktionierten Tageslicht-Projektor heraus zu Trip-Hop, Trance und Techno eine ganz spezielle Atmosphäre verbreiten. Jenseits der Hektik digitaler Effekte und Lasershow-Maschinerien unterliegt Strobls Lightshow nämlich einer gewissen Eigendynamik, einer experimentierfreudigen Ungewissheit, die zur Stimmungslage dieser jungen Szene passt.
Der Prototyp, vor zweieinhalb Jahren noch „Aqua Beamer“ getauft, zeigt das simple Prinzip: Strobl trennte den Boden eines Blumenübertopfes heraus und ersetzte ihn durch eine Glasschale mit einem Flüssigkeitsgemisch, dem Farben oder Stoffe beigefügt werden. Von unten leuchtet eine Glühbirne und oben rührt ein Mini-Quirl das Farb-Öl-Gemisch ständig durch, so dass immer wieder neue, organische Formen an die Decke geworfen werden.
„Ich hatte genau im Kopf, wie es aussehen könnte, die Idee dann aber lange für mich behalten“, erinnert sich der junge Erfinder, der damals nicht für einen Vollidioten gehalten werden wollte. Und heute? Der einfache Blumentopf ist einer Metallröhre gewichen, die der Light-Jockey auf Partys einsetzt und damit auch die Trendstadt Berlin schriller macht, als sie schon ist. Kleine Flusskrebse sind momentan besonders beliebt bei den Gästen. Die zuckeln dann munter über Tisch und Bänke, und wenn man die Hand ins Licht hält, sind ihre Schatten zum Greifen nah. Wer will, kann selbst mal ran an die Glasschale und die Projektion beeinflussen.
„theNightLab“ (tnl) nennt sich das junge Start-Up-Unternehmen um Matthias Strobl, in dem vier kreative Köpfe in der ehemaligen Bielefelder Boge-Fabrik eifrig qualmen. In der kleinen Werkstatt stehen ein halbes Dutzend Tageslicht-Projektoren herum, zwischen Erdnussöl, Caramba- Dosen und Fläschen mit verschiedenfarbigen Flüssigkeiten. Eher ein Labor also.
Die vom Projektor erzeugten Effekte heißen jetzt „lightmotiv“ und können mittlerweile eine Fläche von bis zu 50 mal 50 Meter einfärben. Die Technik ist vielseitig einsetzbar, die Unternehmer sehen Potenziale nicht nur in Diskos und Gastronomie, sondern auch in Werbung, Wellness und im Messebau. Strobl sieht sich als optischen Alleinunterhalter der nächsten Generation: „Wir schaffen einen Gegenpol zu allen digitalen Geschichten. Wir wollen keine grellen Farben auf Knopfdruck. tnl ist ein Monument gegen die digitale Hektik.“
Nicole Hille-Priebe
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