lightmotiv.analog: analoge Projektionen von theNightLab

Die in Bielefeld ansässige Firma tnl bietet mit dem lightmotiv.analog einen Großbildprojektor an, mit dem sich Flächen bis zu einer Dimension von 30 Metern bespielen lassen.

(06/2003)

Die Technik ist keineswegs neu und erinnert sofort an die psychedelischen Effektscheiben aus den vergangenen sechziger und siebziger Jahren, doch der lightmotiv.analog Projektor hat hier etwas mehr zu bieten. Es werden zwei Effekte genutzt, einerseits kann ein Motiv projiziert werden, andererseits kann in einer offen Petrischale mittels verschiedener Flüssigkeiten eben besagte psychedelische Effekte erzielt werden. Reizvoll ist dabei die Kombination beider Effekte zu einem Gesamtbild.

Technisches Konzept
Basis ist ein rein analoges Konzept, d.h. eine Ansteuerung des Projektors beispielsweise via DMX für Funktionen wie Dimmer, Fokus, Shutter und ähnliche bekannte Features sind hier nicht vorgesehen. Die Projektionsfläche wird durch den Aufstellungsort bestimmt und durch den manuell zu verstellenden Spiegel positioniert. Auch die Fokussierung erfolgt manuell. In einer Distanz von 2 m zur Projektionsfläche lässt sich ein Projektionsdurchmesser von ca. 1 m erzielen, bei einer Distanz von 20 m liegt der Durchmesser bei ca. 10 Metern. Der Projektor basiert auf einem Aluminiumgehäuse in der Dimension 30 X 28 X 93 cm und bringt insgesamt ca. 20 Kg auf die Waage. Im unteren Teil des Gehäuses ist spritzwasser- und staubgeschützt ein Osram HMI 575 W Leuchtmittel inklusive Reflektor, Optik und UV-Filter untergebracht.

Der Brenner lässt sich manuell um ein paar Prozent dimmen, insgesamt bietet der Projektor einen Output von ca. 6.000 ANSI-Lumen. Der Lichtaustritt erfolgt gerichtet durch eine runde Glasscheibe, auf dieser wird einerseits das Logo platziert, direkt darüber wird auf einem motorisch in und gegen den Uhrzeigersinn drehbaren Ring die Glasschale platziert. Das zu projizierende Logo, oder Motiv ist also statisch, währen die zweite Effektebene in verschiedenen Geschwindigkeiten rotierbar ist. Die Motive können eine physikalische Größe von 17 cm Radius einnehmen, dabei können konventionelle Dia genauso verwendet werden wie beispielsweise auch geeignete Folien für einen Overheadprojektor. Letzteres ist natürlich eine kostengünstige Variante, die schnell bei einem Event mittels Laptop und Drucker erstellt werden kann und damit eine gute Flexibilität bietet, allerdings auch im Dauerbetrieb nur eine begrenzte Halbwertzeit hat. Im ungünstigsten Fall liegt diese bei acht Stunden, so ein Erfahrungswert von tnl.

In der offenen Petrischale können nun Grundflüssigkeiten auf Alkohol-, Öl-, oder Wasserbasis eingebracht werden. In die Grundsubstanz können dann beispielsweise verschiedene Lebensmittelfarben, oder Farben aus dem Künstlerbereich eingebracht werden und so werden immer wieder neue und natürlich nicht reproduzierbare Motive geschaffen. Zusätzlich steht eine Art Quirl zur Verfügung, der in die Schale eingesetzt werden kann und ebenfalls auf verschiedenen Geschwindigkeiten rotieren und in beiden Richtungen drehen kann. Bisher steht der lightmotiv.analog Projektor nur als Vermietobjekt zur Verfügung, was zunächst einmal ein Vorteil ist, da tnl auch die entsprechenden Substanzen und Farben für die Effekte vorhält.

Referenzen
Grundsätzlich handelt es sich sicher um ein interessantes Konzept, dass den künstlerischen Gedanken in den Vordergrund stellt und weniger auf eine reproduktive und exakte Technik abzielt. Einsatzgebiete sind sicherlich die DJ- und VJ-Szene, aber auch Wellness-Bereiche, Produkt- Präsentationen (Porsche Cayenne Präsentation im Porsche- Zentrum Paderborn; Davidoff in Amsterdam) und Events (Expo 2000, Boot 2003 Düsseldorf) zählen bisher zu den Zufriedenen Kunden von tnl.

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